Starnberger Dialog
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Kommende Veranstaltungen

"Todesmarsch" - Film am 10.5. im Kino Breitwand Starnberg

Am 10. Mai wurde der gut besuchte Dokumentarfilm "Todesmarsch" von Max Kronawitter und seiner Firma Ikarus-Film im Starnberger Breitwandkino mit einer Länge von ca. 90 Minuten vorgeführt und anschließend hierzu rege diskutiert. Herr Kronawitter begrüßte besonders Herrn Hange, der seit elf Jahren in Starnberg die Gedenkfeiern/Märsche organisiert und Fotomaterial zur Verfügung gestellt hatte und Frau Rosa Daschner aus Höhenrain, die als Kind miterleben musste, wie Häftlinge an ihrem Elternhaus sich 1945 vorbei schleppten. Der Film mit vielen Zeitzeugen wie den  Herren Abba Naor, Zwi Katz und anderen war sehr eindrucksvoll und zeigte den grauenvollen Überlebenskampf der marschierenden Häftlinge, wie die Bevölkerung auf diesen Geisterzug ausgemergelter Gestalten aus Dachau reagierte sowie von anrührenden Hilfestellungen , aber auch von lebensgefährlichen Einzelaktionen, um " KZler" zu retten. Auch die Entstehung der 22 Mahnmale vom Bildhauer Prof. Pilgrim auf der Route des Todesmarsches wurde ausführlich geschildert wie der Beginn in den 80-iger Jahre, an den Todesmarsch zu erinnern.
Besonders wurde von den Kino-Besuchern gewünscht, dass dieses Filmdokument auch in den Schulen zur Erinnerungskultur gezeigt werden sollte.



24. und 27. April
Gedenken gegen Vergessen
Ende April 1945 sind Tausende Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau von der SS in Richtung Alpen getrieben worden. Entlang dieses Leidensweges, den mehr als tausend Menschen nicht überlebten, wurden Mahnmäler errichtet. Am Pilgrim-Mahnmal am Landratsamt findet am 24. April um 14.00 Uhr ein Gedenken statt. Anschließend wird die Ausstellung „Euthanasie im Landkreis Starnberg“ von Kreisarchivarin Dr. Friedrike Hellerer im Landratsamt eröffnet. Am 27. April um 18.30 Uhr kommt im Schloß Kempfenhausen die Klaviersonate „27. April 1945“ von Karl Amadeus Hartmann mit Lauriane Follonier am Flügel zur Aufführung. Professor Dr. Marita Kraus gewährt mit ihrem Vortrag "Zwischenwelten" Einblick in die Zeit April und Mai 1945 am Starnberger See.
Landrat Stefan Frey lädt zum Besuch der Veranstaltungen ein: „Gedenkveranstaltungen sind Ausdruck dafür, dass wir Verantwortung übernehmen. Sie sind dem Gedenken an die Opfer gewidmet, sie bekunden Trauer und Leid und sie sollen dazu beitragen, den Anfängen neuen Unrechts wehren zu können. Sie sind auch Ausdruck dafür, dass wir Verantwortung für die jetzt hilfesuchenden Menschen aus der Ukraine übernehmen.“ Die Gedenkveranstaltungen werden vom Landratsamt Starnberg, Rainer Hange vom Verein „Gegen Vergessen für Demokratie e. V.“, Kreisarchivarin Dr. Friedrike Hellerer und den KunstRäumen am See organisiert.
Elisabeth Carr von den KunstRäumen am See „Was wir uns alle nie vorstellen konnten ist am 24. Februar 2022 eingetreten: Es ist Krieg, Krieg in Europa! Ein ganzes Land ist in Bewegung, tausende von flüchtenden Menschen aus der Ukraine suchen Hilfe und Zuflucht. Mit Entsetzen beobachten wir alle die Kriegsberichterstattung in den Medien. Bei älteren Menschen werden Erinnerungen wach, die jeder gern vergessen würde. Vergessen aber ist der falsche Weg! Man muss sich erinnern, um die Greueltaten nie zu vergessen. Wir tragen die historische Verantwortung, dass solche Untaten nie wieder verübt werden.“

  • Pilgrim-Mahnmal am Landratsamt am 24. April 

Die Gedenkveranstaltung am Pilgrim-Mahnmal wird von Rainer Hange, Gründungsmitglied des Starnberger Dialogs und Mitglied des Vereins „Gegen Vergessen-für Demokratie e.V.“ organisiert. Landrat Stefan Frey und Bürgermeister Patrick Janik werden Grußworte halten. Außerdem sprechen die beiden evangelischen und katholischen Pfarrer Johannes de Fallois und Dr. Tamas Czopf aus Starnberg. Nach deren Gebeten wird eine jüdische Mitbürgerin ein jüdisches Gebet sprechen. Stefan Komarek begleitet auf seiner Klarinette. Rainer Hange „Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die über die schrecklichen Ereignisse in der NS-Zeit noch berichten können. Ein Erinnern und Gedenken an den Mahnmalen ist aber das mindeste, was wir für die Opfer und deren Angehörige heute noch tun können.“

Kreisarchivarin Frau Dr. Friedrike Hellerer lenkt mit ihrer Ausstellung „Euthanasie im Landkreis Starnberg“ den Blick auf die Ermordung kranker und behinderter Menschen im Nationalsozialismus. „Beim Gedenken an den Todesmarsch der KZ-Häftlinge von Dachau durch das Würmtal lohnt es sich den Blick auf die Anfänge dieser nationalsozialistischen Mordmaschinerie zu werfen. Erst in den letzten Jahren nahm die Wissenschaft die entsprechende Forschung in den Fokus. Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen im September 1939 begannen die systematischen Ermordungen. Die Vorgeschichte setzt aber weit früher an.“ Wissenschaftliche Diskussionen hatten sich schon Jahrzehnte zuvor damit auseinandergesetzt, ob die Menschheit in „Rassen“ eingeteilt und die „Reinheit der Rasse“ bewahrt werden sollte. Die Nationalsozialisten trieben diese „selektive Auslese“ mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ auf die Spitze und veranlassten die Zwangssterilisierung vermeintlich erbkranker Menschen - der Anfang der „Ausmerze“. Annähernd 300 Frauen und Männer erlitten im Landkreis Starnberg schwerste und schlimmste Eingriffe. Ca. 300 000 Psychiatriepatienten des Deutschen Reiches und der besetzten oder annektierten Gebiete wurden bis 1945 in mehreren Aktionen durch Vergasen, falsche Medikamentendosen oder unzureichende Ernährung ermordet. Die Ausstellung ´“Euthanasie“ im Landkreis Starnberg´ thematisiert einerseits die Entwicklungen, die zur Ermordung der Patienten von Heil- und Pflegeanstalten führte. Andererseits zeigen ausgewählte Biografien beispielhaft das Schicksal der fast 50 ermordeten Personen, die bisher für den Landkreis gefunden wurden. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Wanderausstellung, die künftig auch in den Rathäusern und Schulen des Landkreises gezeigt werden soll.

  • Klaviersonate im Schloß Kempfenhausen am 27. April

Im Schloß Kempfenhausen kommt die Klaviersonate „27. April 1945“ von Karl Amadeus Hartmann mit Lauriane Follonier am Flügel zur Aufführung. Der Komponist Karl Amadeus Hartmann war zusammen mit seiner Frau Elisabeth selbst Zeuge jenes unvorstellbar entsetzlichen "Todesmarsches" geworden: "Am 27. und 28. April 1945 schleppte sich ein Menschenstrom von Dachauer `Schutzhäftlingen´ an uns vorüber - unendlich war der Strom - unendlich war das Elend - unendlich war das Leid." Bereits Anfang des Krieges hatte die junge Familie Zuflucht im Anwesen der Schwiegereltern in Kempfenhausen gefunden. Hartmann, dem zehn Jahre zuvor als junger, äußerst begabter Komponist eine sehr erfolgreiche Laufbahn bevorstehen hätte können, entschied sich jedoch, musikalisch seiner antifaschistischen Haltung konkret und vehement Ausdruck zu verleihen. So war u.a. das Orchesterwerk "Poème symphonique MISERAE" entstanden, gewidmet: "Meinen Freunden, die hundertfach sterben mussten, die für die Ewigkeit schlafen - wir vergessen Euch nicht (Dachau 1933/34)  und - in späterer Ergänzung "zum Gedenken ... politischer und jüdischer Verfolgter, die in Dachau ermordet wurden. Absichtsvoll bezeichnete er sich fortan als "Bekenntnismusiker" und schuf in "innerer Emigration" sein großes symphonisches Werk - versteckt im Keller des Reußmannschen Hauses im Lüderitzweg 39. Konsequent komponierte Hartmann denn auch die "Klaviersonate 27.April 1945". Im unmittelbaren Eindruck des grauenhaften, gespenstischen Anblicks und der unüberhörbaren Akustik unzähliger, von brutalen SS- Schergen vorbei getriebenen und gepeinigten Gefangenen des KZ Dachaus, versuchte er das Unfassbare musikalisch zu verarbeiten und diesem historischen Geschehen am Ende des Krieges, diesem "unendlichen Leid" ein entsprechend unüberhörbares Mahnmal zu setzen. In der Komplexizität des gesamten Empfindungsspektrums von Entsetzen, Wut und Trauer, in seiner maßlosen Betroffenheit, war es ihm gelungen, ein Werk von ungeahnter Tragweite zu schaffen. Das Geräusch der sich dahin schleppenden Schritte, des Klapperns der Holzschuhe, der Gewehrschüsse war verewigt; verdichtet und musikalisch äußerst anspruchsvoll umgesetzt. Als Begründer der Konzertreihe "Musica Viva", die sich bis heute im Besonderen den verbotenen Werken verfolgter Komponisten widmet, zeigt sich Karl Amadeus Hartmann ebenso beharrlich und konsequent. Lauriane Follonier, gebürtig aus dem Wallis, studierte Klavier bei Prof. Pirner an der Hochschule München. Ergänzend dazu studierte sie Liedgestaltung (u.a. bei Prof. Deutsch). Nach einem Master der „Alten Musik“ tritt sie regelmäßig in Konzerten sowohl auf dem modernen Flügel als auch auf dem Hammerklavier auf; im Juli 2021 war sie als Solistin in Rossinis „Petite messe“ bei den Europäischen Wochen Passau zu hören. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit leitet sie eine Klavierklasse an der Musikschule Starnberg.
Professor Dr. Marita Kraus (Historikerin) gewährt mit ihrem Vortrag "Zwischenwelten" Einblick in die Zeit April und Mai 1945 am Starnberger See.
„Die Welt des nationalsozialistischen Deutschlands, die Welt von Krieg und Gewalt, brach zusammen, die neue Zeit hatte noch nicht begonnen. Die Menschen am Starnberger See erlebten Todesmärsche und "Evakuierungszüge" mit KZ-Häftlingen, letzte Gefechte, amerikanische und französische Besatzung. Nur noch die Standesämter dokumentierten die Toten. Und doch war es eine Zeit der Hoffnung: Endlich war der Krieg vorbei.“

Die Petition "Starnberger Erklärung für Solidarität und Demokratie"

Es wurden 889 Unterschriften gesammelt, davon 805 aus dem Landkreis. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.


Link zur Onlinepetition

https://www.openpetition.de/petition/online/starnberger-erklaerung-aufruf-fuer-solidaritaet-und-demokratie


Berichte in den Medien

Süddeutsche Zeitung

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/starnberg-corona-montagsdemos-spaziergaenge-1.5505783

Starnberger Merkur

https://www.merkur.de/lokales/starnberg/starnberg-ort29487/starnberger-erklaerung-gegen-montags-spaziergaenge-91232200.html

Radio Oberland

https://radio-oberland.de/nachrichten/starnberg-petition-gegen-montagsspaziergaenge

Aloys news

https://aloys.news/de/global/pressemitteilung-der-gruenen-starnberger-erklaerung-aufruf-fuer-solidaritaet-und-demokratie


Gedenken - Zurückdenken - Nachdenken - Vorausdenken

Kundgebung am 9.11. 16.30-17.30 Uhr Kirchplatz Starnberg

Der Starnberger Dialog hat auch im Jahr 2021 am 9. November, dem Schicksalstag für Deutschland, zum Gedenken aufgerufen. Wie in den vergangenen Jahren lud der Starnberger Dialog die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises zu einer Kundgebung unter dem Motto „Gedenken - Zurückdenken - Nachdenken – Vorausdenken“ am Kirchplatz ein. Grußworte und Redebeiträge wurden durch den zweite Bürgermeisterin Angelika Kammerl, die weitere Stellvertreterin des Landrates Britta Hundesrügge, der Historikerin Prof. Marita Krauss und Erich Kasberger aus Pöcking (Autorenpaar von „Ein Dorf im Nationalsozialismus“), den katholischen Stadtpfarrer Dr. Andreas Jall, und den evangelischen Pfarrer Johannes de Fallois, sowie den Gründungs-Mitgliedern Rainer Hange, Kerstin Täubner-Benicke gehalten. Die Moderation der Kundgebung erfolgte durch Martina Neubauer, ebenfalls Gründungsmitglied. Es musizierte Stefan Komarek an der Klarinette.

Hier finden Sie die Manuskripte der Beiträge: es gilt das gesprochene Wort.

Kammerl

Hundesrügge 

Hange


Krauss/Kasberger


Täubner-Benicke


de Fallois




Fest für Ehrenamt und Demokratie

Der Starnberger Dialog mit seinen Gründungsmitgliedern Kerstin Täubner-Benicke, Elisabeth Fuchsenberger, Martina Neubauer und Rainer Hange werden am Freitag, den 17.September 2021 als Veranstalter einen Aktionstag für das Ehrenamt und den Einsatz für die Demokratie unter dem Motto „Gemeinsam stärker!“ von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr auf dem Kirchplatz Starnberg durchführen.

Ziel ist es, überparteilich und überkonfessionell die Bürger über die verschiedenen Vereine, Bündnisse und Initiativen der Stadt und des Landkreises Starnberg anzusprechen und interessierten Personen die Möglichkeit zu geben, an Info-Ständen und auf dem Podium über unsere Demokratie und über die zu Ende gehenden Woche des Ehrenamtes zu sprechen. Auch Jugendliche zur laufenden U-18 Wahl werden um einen Beitrag gebeten. Die Initiatoren weisen darauf hin, wie wichtig es ist, für die freiheitliche Demokratie und deren Werte gemeinsam einzustehen und spalterischen Kräften in unserer Gesellschaft entschieden entgegen zu treten. Sie rufen zu einer regen Beteiligung der Bürger unter den bekannten Corona-Pandemie-Bedingungen auf.

Der Kreisjugendring richtet zudem eine Wahlmöglichkeit für die in dieser Woche stattfindende U-18 Wahl ein.

Redner*nnen: Begrüßung Hr. Hange und Fr. Täubner-Benicke, 2. Bgm. Fr. Kammerl, Landrat Hr. Frey, Kobe Fr. Berger, evang. Pfr. de Fallois, kath. Stadtpfarrer Dr. Jall, Prof. Dr. Münch (Politische Akademie Tutzing)

Statements: Fr. Wegge, Fr. Ketterl, Fr. Hundesrügge, Fr. Neubauer, Hr. Kießling

beteiligte Vereine/Verbände/Inititativen: Kobe, Caritas OBA, Inklusionsbeirat (LK), Sichere Häfen, Runder Tisch für Asyl, Marianne-Strauß-Klinik, Omas for future, Kreisjugendring, Seniorentreff, STAgenda, AK Frauen im Starnberger Stadtrat, Fairtrade-Gruppe, ...

Gez. Rainer Hange, Kerstin Täubner-Benicke, Martina Neubauer, Sissi Fuchsenberger










„Berührt von Musik“ - Chansons rund um das Mittelmeer am Weltflüchtlingstag

„Ça touche“ nennt sich das Chanson-Duo Alexandra Link-Lichius (Gesang/Gitarre) und Thomas Kapfer-Arrington (Kontrabass). Am Sonntagabend, 20. Juni um 18 Uhr gestalten sie in der Starnberger Friedenskirche in der Kaiser-Wilhelm-Straße 18 einen musikalischen Gottesdienst, „der berührt“ (deutsch für „Ça touche“). Die Kollekte des Benefizkonzertes ist für die Seenotrettung bestimmt, die das „Bündnis für Menschlichkeit in den Landkreisen Starnberg und Weilheim-Schongau“ entgegennimmt.
Am Weltflüchtlingstag interpretiert Ça touche vor allem Chansons mit politischer Botschaft, in denen das Schicksal von Menschen erzählt wird, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. Sie musizieren aber auch traditionelle Lieder wie „En Méditerranée“ von Georges Moustaki, „Le déserteur“ von Boris Vian, „Les neiges du Kilimandjaro“ von Pascal Danel und „Göttingen“ von Barbara.
Im Anschluss ist eine kleine „Fête de la Musique“ vor der Kirche geplant, wie sie am Montag in Frankreich gefeiert wird. In deren Rahmen sind dann weitere Chansons zu hören – jazzig interpretiert, dezent zum Schwelgen oder einfach zum Lächeln beim Mitsingen.

Gedenkfeier zur Erinnerung an den Todesmarsch Dachau 1945 und 1700 Jahren jüdisches Leben

hier zum Video https://youtu.be/s1dVAxzrWSs








mit Rainer Hange    Rede         
Kantor Nikola David       
Landrat Stefan Frey        
Erster BM Patrick Janik  
Dr. Ludwig Spaenle MdL, Antisemitismusbeauftragter Bayer. Staatsregierung
Jüdische Familie                                     
Dr. Stefan Koch 

Wir erinnern nach 76 Jahren an den Todesmarsch Dachau, der an diesem Tag 1945 durch Starnberg ging und wollen gleichzeitig das Jubiläumsjahr mit 1700 Jahren jüdisches Leben in Bayern feiern

  • Gedenken an die Corona-Toten am 18.04.2021

Mit Beiträgen von Pfr. Dr. Stefan Koch, Stadtpfarrer Dr. Andreas Jall, Erster Bürgermeister Patrick Janik, Landrat Stefan Frey, Frau Kielmann, Thomas Sulzer, Dr. Ernst Quester, einem Krankenpfleger

Starnberg gedenkt der 111 Corona-Toten im Landkreis. Die Älteste war 102 Jahre, die Jüngste 48 Jahre alt. 44 sind im Altenheim gestorben, 66 im Krankenhaus, 1 Person ganz allein zuhause. 

"Unsere Verletzlichkeit ist unsere Schwäche und sie ist unsere Stärke. Die Erinnerung an unsere Toten ist unsere Pflicht und sie erst zeigt unser menschliches Maß. Diese Coronazeit ist kein unvermeidliches Menetekel oder blindes Schicksal, sondern heute zu leben ist eine Aufgabe." aus dem Manuskript von Stefan Koch



  • Zwei Bilder, die uns der Glaskünstler Dieter Heinze aus Starnberg zur Abbildung zur Verfügung gestellt hat. 
    Das linke ist in Zusammenarbeit mit dem Atelier Marlene Amort entstanden und heißt "Vergesst nicht unser Schreien und Flehen". Entstanden 2020: Tempera/ Leinwand mit Textur bearbeitet, 80 x 60 cm (anlässlich der Befreiung der KZs vor 75 Jahren. Er schreibt dazu: Das Gemälde lässt in seiner Reduktion und Abstraktion viele Lesarten zu. All dies dämmert herauf: KZ-Sträflingskleidung, Schreie, silhouettenhafte Gesichter in den züngelnden Flammen der Krematorien, Drahtzäune, Mauerwerk und Rauch, ... Die Sprödigkeit des Endstadiums macht bereits der Malgrund sichtbar: bröckelnd, zerrissen, verfallende. Der Rauch der Flammen ist aus echter Asche und Ruß gefertigt...
    Das rechte Bild ist von Dieter Heinze: „80 Jahre Pogromnacht, 9. November 1938" benannt worden. Entstanden 2019; Glas-Collage, 76,5 x 34 cm; (Gewinner Publikumspreis 2019, DIE ROSENINSEL e.V.)
    Ein Videostatement des Künstlers folgt in Kürze. 
  • Veranstaltung am 9.11.2020 Digitale Videokonferenz. Es sprachen Landrat Stefan Frey, Erster Bürgermeister Patrick Janik, die Historikerin Frau Dr. Friederike Hellerer, Vertreter*innen des Starnberger Dialogs (Rainer Hange, Martina Neubauer, Sissi Fuchsenberger, Kerstin Täubner-Benicke, sowie Pfarrer Dr. Stefan Koch). Das Thema "Nähe und Distanz" verbindet Vergangenheit und Gegenwart.


1. Rainer Hange (Gründungsmitglied) Manuskript






2. Erster Bürgermeister Patrick Janik






3. Landrat Stefan Frey

 






4. Dr. Friederike Hellerer

 






5. Kerstin Täubner-Benicke (Gründungsmitglied, Stadträtin, Kreisrätin) Manuskript






6. Martina Neubauer (Gründungsmitglied, Bezirksrätin, Kreisrätin) Manuskript






7. Sissi Fuchsenberger (Gründungsmitglied) Manuskript

 








8.  Dr. Stefan Koch (Gründungsmitglied, evangelischer Pfarrer in Starnberg) Manuskript

Teil 1






Teil 2







  • Gedenken an den Todesmarsch der Dachauer Häftlinge vor 75 Jahren

Ende April 2020 jährt sich der Todesmarsch der Häftlinge des KZ Dachau zum 75. Mal.
Die Erinnerung an das Verbrechen dieses Marsches ist auch heute noch von Bedeutung für das Verständnis unserer Gesellschaft.
Ein öffentliches Gedenken im persönlichen Kontakt ist wegen der Schutzmaßnahmen im Kontext des Corona-Virus im diesem Jahr leider nicht möglich. Als umso wichtiger empfindet es Rainer Hange vom Verein „ Gegen Vergessen für Demokratie e.V.“ und dem Starnberger Dialog, in diesem Jahr wenigstens virtuell an die Geschehnisse im Landkreis Starnberg zu erinnern und so die Trauer und die Verbundenheit mit den Opfern und Hinterbliebenen zu zeigen. Zusammen mit Pfarrer Dr. Stefan Koch von der Evangelischen Kirchengemeinde Starnberg wurde daher ein kurzes Video in der Friedenskirche aufgenommen, um dieses Gedanken zu stärken. Dabei unterstützten die Starnberger Gymnasiastin Isabella Schacht, die Antisemitismusbeauftragten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Musik des Kantors Nikola David der liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom in München.Video

  • „Starnberger Dialog“ trauert um die Opfer von Hanau

    Angesicht der mörderischen Gewalttaten im hessischen Hanau spricht der „Starnberger Dialog“, ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlich engagierten Personen im Landkreis Starnberg, den Angehörigen seine Anteilnahme aus und trauert um die getöteten Menschen. Der Dialog ruft zudem dazu auf, die weiter zunehmende Polarisierung der Gesellschaft kritisch in den Blick zu nehmen und gegenzusteuern. „Wie schaffen wir es, dass Menschen, oft junge Männer, die sich in Verschwörungstheorien verstrickt haben, wieder auf den Boden der Wirklichkeit zurückfinden?“, fragt Pfarrer Dr. Stefan Koch in einer Presseerklärung für den Starnberger Dialog. „Die Antwort darf nicht eigener Hass sein“, sie bestehe am Besten im robusten Widerspruch gegen verwirrte Parolen und in dem verstärkten Versuch, alle hier lebenden Menschen mit den Werten unserer Gesellschaft zu verknüpfen. Extreme und extremistische Parolen werden unsere Gesellschaft nicht zu Fall bringen, betont Pfarrer Koch und präzisiert im Anschluss an ein Wort von Sebastian Haffner: „Unsere Demokratie braucht heute mehr denn je viele aktive Demokratinnen und Demokraten, die den Mut zur Realität nicht drangeben, wenn eine terroristische Tat uns alle im Herzen trifft, sondern weiterhin für Respekt und Verständigung persönlich eintreten.“